Aussenwand
Bauteil 3: Die Außenwand
Der Aufwand für die energetische Modernisierung einer Außenwand hängt im Wesentlichen von ihrer Bauweise ab. Es gibt üblicherweise zwei Möglichkeiten eine Außenwand von außen zu dämmen. Die Dämmung wird entweder unter einer Verkleidung (Vorhangfassade) eingebaut oder mittels eines Wärmedämm-Verbundsystems erstellt. Für die Vorhangfassaden werden üblicherweise Holzverschalungen oder Fassadenplatten aus Kunstglas verwendet. Die Materialauswahl für Wärmedämmverbund-Systeme reichen von Holzweicherfaser- über Mineralwoll- zu Styrophorplatten. Wenn Sie selbst Hand anlegen wollen, tun Sie das nur unter fachlicher Anleitung! Der Schwierig-keitsgrad ist hoch; bei mangelhafter Ausführung drohen hohe Instandsetzungskosten.Die sogenannte Kerndämmung wird bei einem zweischaligem Mauerwerk hergestellt. In den vorhandenen Hohlraum wird das Dämmmaterial üblicherweise eingeblasen. Die genaue Bestandsaufnahme aller Wände ist bei der Kerndämmung notwendig, da die Wände im Obergeschoss nicht immer identisch mit denen im Erdgeschoss, oder die der Giebelwände nicht so wie die Seitenwände ausgeführt wurden. Durch eine Endoskopie kann dies überprüft werden. Die Kerndämmung wird nur durch Fachbetriebe ausgeführt.
Unter Beachtung gewisser Rahmenbedingungen ist auch eine Innenwanddämmung möglich. Die Innenwanddämmung kommt bei denkmalgeschützen oder an nicht zugängingen Fassaden zum Einsatz. Damit die bauphysikalischen Rahmenbedingungen genügend beachtet werden, ist die Beratung, Planung und Ausführung über einen Fachbetrieb unbedingt empfehlenswert.
Die Auswahl des Dämmmaterials richtet sich nach der Wärmeleitfähigkeit, dem Brandverhalten und dem jeweiligen Anwendungsbereich.
7 Tipps zur Außenwand-Dämmung:
1) Überprüfen Sie den Zustand und die Größe (Tiefe) des Dachüberstandes.2) Bei der Bestandsaufnahme für Kerndämmungen sollte der Wandaufbau ausführlich analysiert werden (Endoskopie)– Sie können zwar nicht in Wände hineinschauen – aber ein Endoskop ist dazu in der Lage!
3) Vor der Durchführung einer Kerndämmung sollten alle Rohr-Durchführungen, Durchbrüche hergestellt und die Abdichtung von möglichen Löchern und Schlitzen erfolgt sein.
4) Überprüfen Sie den Zustand der Fenster bevor Sie die Außenwand dämmen. Kommt eine Vorhangfassade oder ein Wärmedämmverbund-System zum Einsatz kann bei einem Fensteraustausch überlegt werden, ob die Fenster in die äußere Flucht der vorhandenen Außenwand gesetzt werden.
5) Dämmen Sie den Sockel des Gebäudes mit, wenn dieser an den Fußboden eines beheizten Bereichs anschließt. Ziehen Sie die Dämmung möglichst 50 tiefer als das vorhandene Fußboden-niveau. Im erdberührten Bereich werden speziell geeigneten Sockeldämmplatten verwendet.
6) Eine Innenwanddämmung nur mit fachlicher Begleitung herstellen.
7) Die Kerndämmung ist von Fachbetrieben auszuführen, auch weil es sonst keine Förderung gibt.

